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Berufliche Zukunft der Mütter

Berufliche Zukunft der Mütter

Unzählige Fragen kreisen oft im Kopf herum, wenn es um den beruflichen Wiedereinstieg geht. Soll ich überhaupt wieder arbeiten? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie geht es meinen Kindern damit? Kann ich noch genug oder bin ich abgehängt? Da hilft nur eines: systematisch an die Sache herangehen und alle Optionen genau prüfen. Je konkreter die Fragen, desto genauer fallen die Antworten aus, die wir finden.

Arbeiten – kann ich das überhaupt noch?

„Schaffe ich es überhaupt, nach zehn Jahren wieder in den Beruf einzusteigen? Bevor die Kinder kamen, hatte ich als Journalistin gearbeitet und meinen Beruf geliebt! Dann kam der Umzug nach Stuttgart und meine Tochter mit besonderen Bedürfnissen erblickte das Licht der Welt. Auf einmal drehte sich alles um sie. Es folgten zwei Schwestern und ich rutschte in die klassische Hausfrauenrolle. Als meine Töchter älter wurden und in die Schule kamen, hatte ich auf einmal wieder ein paar Vormittage für mich. Doch ich hatte das Gefühl, bei vielen Themen wie Social Media nicht auf dem Laufenden zu sein.

Allein ist es oft schwierig
Was mir sehr geholfen hat war, mit einer Beraterin über alles zu sprechen. Zuerst habe ich alle meine Berufsideen aufgeschrieben und in mich hineingefühlt, worauf ich Lust hatte und was mich ansprach. Diese Liste gingen wir gemeinsam Punkt für Punkt durch. Die Beraterin machte es sehr konkret mit ihren Fragen. Immer wenn ich eine Idee vorbrachte, recherchierte sie für mich, welche Kriterien ich dafür erfüllen musste. So nahmen wir nach und nach alle Ideen genau unter die Lupe. Vor allem aber hat es mir geholfen, dass sie an mich geglaubt und mich bestärkt hat, es einfach nochmal zu versuchen. Ich hatte nichts zu verlieren, sondern nur etwas zu gewinnen.

Was ist realistisch?
Erst dachte ich daran, einen sozialen Beruf zu wählen. Doch als ich mich konkreter damit beschäftigte, merkte ich schnell, dass ich nicht bereit war, noch einmal drei Jahre lang ein Studium zu absolvieren. Weil ich auch spanisch spreche, überlegte ich, Sprachkurse zu geben. Doch je mehr ich in mich hinein fühlte, umso klarer wurde mir, dass feste Unterrichtszeiten oder Abendkurse mich zu sehr stressen würden. Also strich ich auch diese Idee von meiner Liste. Ebenso die Idee, Fitness- Trainerin zu werden, die ebenfalls eine längere Ausbildung bedeutet hätte. Mehr und mehr kristallisierte sich heraus, dass ich wieder in meinem alten Job als Journalistin arbeiten wollte. Aber wie war das mit Social Media? Damit kannte ich mich doch nicht aus?

Nutze neue Chancen
Ich erzählte immer mehr Menschen aus meinem Umfeld davon, dass ich wieder arbeiten wollte. So ergab sich auf einmal eine Chance, mit der ich nie gerechnet hätte. Eine andere Mutter bot mir an, für ihren Verein die Pressearbeit zu übernehmen. Es gab keine harten Deadlines und ich konnte mir meine Zeit frei einteilen. So wuchs ich nach und nach in meine neue Aufgabe hinein – und spüre heute wieder den Spaß, den mir mein Beruf schon immer gemacht hat.

So kannst du an das Thema Wiedereinstieg herangehen
Um mehr Klarheit zu bekommen, hilft es oft, die eigenen Ideen zu visualisieren – etwa auf einem Zeitstrahl, der vom jetzigen Alter bis zu einem Lebensalter von mindestens 87 Jahren reicht. Trage in einem zweiten Schritt auch das Alter deiner Kinder und deines Partners mit ein. Nun spinnst du erst einmal Ideen. Was reizt dich? Welche Arbeit hat dir früher Freude bereitet? Womit würdest du dich wohlfühlen?

Planung in 5-Jahres-Schritten
Versuche nun, in 5-Jahres-Schritten zu planen: Was soll im nächsten Abschnitt passieren und wie alt sind deine Kinder dann? Wieviel Hilfe benötigen sie in fünf Jahren noch? Wenn du diese Schritte vor dir siehst, kannst du deine Planung konkretisieren. Habe ich für einen Job bereits alle nötigen Qualifikationen oder wie lange würde eine Weiterbildung in Anspruch nehmen? Eignet sich die jetzige Familienphase für eine Umschulung oder Fortbildung? Möchte ich in meinen alten Job zurück oder etwas ganz Neues lernen? Wie gut lässt sich der Job oder eine Weiterbildung mit der aktuellen Situation vereinbaren?

Konkretisieren und umhören
Um dir sicher zu werden, gilt vor allem: Höre dich um und sprich über deine Ideen! Was machen andere Mütter aus deinem Umfeld? Gibt es Jobmöglichkeiten, von denen du bislang noch nie gehört hattest? Gerade die Digitalisierung bietet Chancen, von zuhause aus und zeitlich flexibel zu arbeiten, etwa als Social Media Managerin, Community-Betreuerin oder Marketing-Expertin. Frage nach, ob du den Job auch in Teilzeit ausüben kannst. Im Gespräch mit anderen kannst du nach und nach herausfinden, welche deiner Ideen realistisch sind, welche Rahmenbedingungen gelten und was sich für dich gut anfühlt.

Im Ehrenamt ausprobieren
Wenn du dir unsicher bist, probiere es mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder schnuppere in einem Praktikum in einen Beruf hinein. Wichtig ist nur, dass du selbst aktiv wirst und jedem davon erzählst, was du vorhast. Je mehr Menschen Bescheid wissen, desto mehr Möglichkeiten wirst du sehen und mit neuer Perspektive auf deine Stärken blicken. Trau dich, etwas zu probieren! Mit deinem Kind wusstest du schließlich auch nicht, was auf dich zukommt und hast die Situation trotzdem gemeistert.

Tipps in Kürze

  • Schreibe alle deine Job-Ideen auf einem Zettel
  • Recherchiere, welche Qualifikationen du für deine Wunschjobs bräuchtest
  • Überlege, in welcher Familienphase du wie viel Zeit zur Verfügung hättest
  • Sprich mit potenziellen Arbeitgebern, Freunden und Bekannten und bewerte anschließend deine Ideen – was ist realistisch?
  • Erzähle all deinen Freunden, dass du wieder einsteigen möchtest – manchmal ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten

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